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Sich in die Betreuer hineinversetzen


Sich in das Gegenüber hineinversetzen

1. Ärzte und Schwestern haben eine Berufsausbildung durchlaufen, die sich darauf konzentriert, was in welcher Situation alles schiefgehen könnte und wie man am besten darauf reagiert. Sie sind bestens ausgebildet, um im Notfall eingreifen zu können. Dies kann als sozusagen hypnotische Nebenwirkung haben, dass sie in jeder Lage zuerst an Umstände denken, bei denen sie eingreifen müssen, und nach dem Vorhandensein dieser aktiv suchen!

Hebammen und Ärzte, die eine hohe Rate an natürlichen Geburten haben, vertrauen darauf, dass alles in Ordnung ist, solange keine eindeutigen Anzeichen für spezielle Umstände vorliegen.
Wenn Sie sich dessen bewusst sind, dass Ihr Arzt vielleicht wie oben beschrieben „tickt“, dann werden Sie seine Aussagen über Risiken und die Notwendigkeit von ständiger Kontrolle besser einordnen können. Dies liegt in den allermeisten nicht Fällen nicht daran, dass mit Ihnen oder Ihrem Kind etwas nicht stimmt, sondern nur auf dem Fokus des Arztes, der da lautet: Komplikationen und Situationen, die ein Eingreifen erfordern.

2. Krankenhauspersonal arbeitet heutzutage unter starkem Druck und Stress und in der Angst davor, Fehler zu machen und Probleme zu bekommen.
Vielfach wird davon ausgegangen, dass Eltern so viele Interventionen wie möglich ERWARTEN, und im schlimmsten Falle Klage einreichen, falls eine unterlassen wird!

Angst und Stress sind keine guten Ratgeber. Sie vernebeln den Blick und lassen einen die Situation nur noch aus einer Perspektive betrachten - nämlich der, was alles schief gehen könnte. So verliert man andere wichtige Faktoren für die Entscheidungsfindung aus der Sicht.
Die besten Entscheidungen trifft man, wenn man entspannt ist. Dann hat man auch Zugang zur eigenen Intuition.
Sie können sich also fragen, auf was die Person, die Ihnen gerade zu einer Maßnahme rät, wohl hört – auf ihre Angst (davor, für eine etwaige Komplikation zur Verantwortung gezogen zu werden) oder auf ihr Können?

Die Vorstellung, bei einer Geburt nicht einzugreifen, sondern nur zuzuschauen und der Natur ihren Lauf zu lassen, kann bei manchen Medizinern zudem unterschwellig Panik auslösen. Dies verstößt völlig gegen das, womit diese sich sicher fühlen! Wenn Sie mit einer solchen Bitte kommen, verlangen Sie nichts weniger als einen Paradigmenwechsel.
Behalten Sie das im Hinterkopf und wundern Sie sich deshalb nicht, wenn es Ihren Betreuern doch schwer fällt, nicht einzugreifen. Abzuwarten, zuzuschauen, nichts zu tun und vertrauen zu haben ist für die meisten Zeitgenossen die schwerste Aufgabe!

In jedem Falle werden Sie natürlich medizinischen Maßnahmen zustimmen, sollten diese notwendig werden.

Um zu unterscheiden, was gerade los ist, und die für Sie und Ihr Kind beste Entscheidung zu treffen, können Sie u.a. folgende Fragen stellen: